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Porträt

Brienz/Brinzauls heute

Seit dem 1. Januar 1997 trägt unsere Gemeinde den Doppelnamen Brienz/Brinzauls. Mit Beschluss der Gemeinde-versammlung vom 21. April 1995 wurde dem deutschen Brienz das rätoromanische Brinzauls angehängt. Eine längst fällige Korrektur, spricht doch rund 80% der Bevölkerung romanisch, und die Primarschule wird ebenfalls in der Muttersprache geführt.

Unsere Gemeinde mit einer Fläche von 1’337 ha gehört mit 117 Einwohnern zu den Kleinstgemeinden. Unter den 208 Gemeinden des Kantons Graubünden gibt's aber immerhin deren 88 mit einem kleineren Areal und 55 mit weniger Einwohnern. Das Haufendorf liegt auf der Sonnenterrasse Mittelbündens zwischen den beiden Regionalzentren Davos im Osten und Lenzerheide im Westen. Die Sonneneinstrahlung ist überdurchschnittlich. Die mittlere Jahres-Sonnenscheindauer beträgt 1'684 Std. (= 4.5 Std. pro Tag). Dies ist sicher ein Grund, weshalb gerade unsere Gemeinde den Schweizer Solarpreis 1991 erhielt, eine Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Solar, die zum ersten Mal verliehen wurde.

Brienz/Brinzauls ist eine typische Agrargemeinde. Im Gegensatz zu allen übrigen Gemeinden Mittelbündens müssen wir auch ohne die sogenannten Wasserzinsen auskommen. Die Idee eines regionalen interkommunalen Finanzausgleiches - wie z.B. in Val Schons - wurde nie ernst genommen. Schon deshalb mussten wir nach anderen Finanzquellen suchen. Dies ist mit ein Grund, weshalb wir einem sanften Tourismus die Tore geöffnet haben. In Vazerol, der Fraktion an der Julierstrasse, wurde im Zuge der Gesamtmelioration eine grosse Bauzone ausgeschieden. Die ersten Bauten sind erstellt. Erfreulich ist die Tatsache, dass diese Quartiere verschiedene ständig Hierwohnende angezogen haben.

Vazerol - im damaligen Grenzgebiet von Gotteshaus- und Zehngerichtenbund - ist  ein Stück Bündner Geschichte. Lang galt es als 'Bündner Rütli'. Die Inschrift am Gedenkstein: 'Zur Erinnerung an die Vereinigung des Oberen Bundes, des Gotteshausbundes und des Zehngerichtenbundes zu Vazerol 1471' ist etwas verblichen. Eine authentische Urkunde liege nicht vor, gab die Bündner Regierung im Jahre 1968 in einer Pressemitteilung bekannt; es ging nämlich um die Frage, ob 1971 die 500-jährige Gedenkfeier stattfinden solle oder nicht. Die Feier fand nicht statt. Wissenschaftlich einwandfrei abgeklärt ist, dass in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Ratsboten der Drei Bünde in Vazerol ihre Tagungen durchgeführt haben.

Bis 1725 gehörte Surava kirchlich und bis 1875 politisch zu Brienz/Brinzauls. In der Nacht vom 30. auf den 31. März 1874 zerstörte ein Dorfbrand 24 von 37 Häusern bzw. 30 von 45 Haushaltungen sowie die Kirche. Beim Wiederaufbau wurde die Hauptstrasse begradigt und an ihr mehrere Häuser in grosszügigen Massen und städtischem Stil neu erstellt.

Eine grosse Belastung für unsere kleine Berggemeinde ist der Rutsch. Die sog. Rutschkante trennt den beweglichen Teil im Osten vom nichtrutschenden Gebiet Vazerol im Westen. Im Gelände ist diese Linie gut sichtbar, und zwar vom Piz Linard bis hinunter zur Albula. Die Felsbewegungen gehen auf die Jahre 1878/79 zurück. Mit Hilfe von Bund und Kanton wurden 1905 im Einzugsgebiet des Rutsches ob den Maiensässen am Fuss des Piz Linard gewaltige Entwässerungskanäle gebaut, später folgten weitere Kanäle und eine Aufforstung. Der Erfolg blieb grösstenteils aus. Ob dem Schulhaus wurde mit Hilfe des Militärs in den Achtzigerjahren ein Auffangdamm errichtet, der sehr viel bringt, sei es zum Schutz der Bevölkerung, der Kantonsstrasse, der Wiesen und Bauten. Die Verlängerung dieses Dammes in westlicher Richtung ist geplant.

Periodisch auftretende Schäden an Gebäuden, Strassen, Wasser- und Abwasserleitungen strapazieren den kommunalen Finanzhaushalt. Mit Unterstützung von aussen hoffen wir, auch in Zukunft unseren Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Natur leisten zu können.

Zu grossem Dank sind wir unserer Patengemeinde Birmensdorf/ZH verpflichtet. Seit 1981 hat sie uns bei der Verwirklichung von drei Projekten mit nahmhaften Beiträgen geholfen (Schulhaus, Gemeindehaus und Gemeindewohnhaus). Aus der Paten- ist eine Partnerschaft geworden. Eine echte Freundschaft zwischen Berg und Tal.

An Sehenswürdigkeiten besitzt Brienz/Brinzauls vor allem die spätgotische Pfarrkirche St. Calixtus/Son Tgalester mit dem Hochaltar, der zu den bedeutendsten geschnitzten Flügelaltären Graubündens gehört; die Ruine Belfort ist weit und breit die schönste Burgruine (die Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten wurden erfolgreich ausgeführt und im Jahre 2007 abgeschlossen); die 1873 erstellte gedeckte Holzbrücke Belfort; die 1982/83 restaurierte alte Belfortbrücke, eine rundbogige Steinbrücke (Tonnengewölbe), genannt 'Paunt dalla dieschma' (Brücke des Zehnten); den Gedenkstein in Vazerol, der an den Zusammenschluss der Drei Bünde von 1471 erinnern soll.

Kulturführer

Der nachfolgende Kulturführer beschreibt unsere Kulturgüter und deren Geschichte entlang des Kulturweges Brienz/Brinzauls. Dieser Weg ist mit den braunen Wegweisern beschildert.

Kulturweg - Wegweiser.pdf

1.7 MB, 30.07.2007

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Dorfansicht von Südwesten im Herbst.jpg
Dorf
Dorfansicht von Westen.jpg
Dorfansicht West
Dorfansicht von Südwesten.jpg
Dorfansicht Süd
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Vazerol
Tgesa gronda in Vazerol.jpg
Tgesa Gronda Vazerol
Gebäudespiegelung im Dorfbrunnen.jpg
Impression Dorfbrunnen
Gedenktafel Solarpeis 1991.jpg
Solargemeinde 1991
Wandmalerei.jpg
Patenschaft Birmensdorf